Eine Wanderung im Paradies

Nach dem Übersetzen auf die Südinsel führte der Weg in die kleine Hafenstadt Picton.
Zwei Nächte mit einem Ausflug nach Blenheim, folgten zwei Übernachtungen auf DOC-Campingplätzen in den Marlborough Sounds.
Bei einem Ausflug konnte viel gutes Karma für den anstehenden Abel Tasman Coast Track gesammelt werden, da mein Auto (mitten im nirgendwo) als Taxi für zwei deutsche Mädels fungierte.
Sie waren der Meinung, eine 5-Stunden-Wanderung zu absolvieren und Rückzu ein Wassertaxi nehmen zu wollen … der Fehler in der Planung: Es gibt kein Wassertaxi für diese Strecke … somit begaben sie sich auf Wanderschaft auf der Straße zurück zu ihren Auto.
Hätte ich nicht „Taxi gespielt“, so wären sie nach weiteren 5 Stunden, gegen 22 Uhr an ihrem Auto eingetroffen. à Gutes Karma!
Weiter ging die Reise am Folgetag nach Nelson. Hier verbrachten wir einige Abende in einer Bar, einem Diskobesuch und einem Gammeltag bei schönem Wetter.
Ganz im Zeichen des GreatWalk ging es weiter nach Marahau.

 

Abel Tasman Coast Track – 05.12.2018 bis 09.12.2018

Am Mittwoch wurden das Auto auf einem Campingplatz in Marahau abgestellt und los ging die 5-Tages-Wanderung im Abel-Tasman-Nationalpark.

Tag 1 – 05.12.2018 – Marahau bis Anchorage Hut:

Das erste Tagesziel hieß „Anchorage Hut“. Eine 4-Stunden Wanderung mit vollgepackten Backpack (Zelt, Campingutensilien, Schlafsack, Isomatte, Kissen, Essen für 5 Tage und Wechselkleidung).
Auf der Hälfte des Weges trafen wir auf einen Schweizer, welcher ebenso die Anchorage Hut gebucht hatte. Somit gingen wir zu dritt entlang schöner Sandstrände, Buchten – und das alles, bei Sonnenschein – obwohl der Wetterbericht schlechtes Wetter vorhersagte.

In der Anchorage Hut angekommen, reservierten wir uns die Betten und ließen den Abend (mal ohne Bier) in geselliger Runde und guten Gesprächen mit zwei Niederländern ausklingen.

AT 1
Strand vor der Anchorage Hut
AT 2
Eine der unendlich schönen Buchten

Tag 2 – 06.12.2018 – Anchorage Hut bis Bark Bay:

Nach dem Frühstück (11 Uhr) nahmen wir die nächste 4-Stunden-Etappe in Angriff. Das Ziel war der Campingplatz „Bark Bay“.
Nach einem Zwischenstopp bei den Cleopatra Pools durften wir Janina (Bekanntschaft aus Nelson) und Lio in unserer Wandergruppe begrüßen.
Zu viert ging der Weg weiter bis zur Torrent Bay, wo Janina, Tom und ich eine Pause einlegten. Lio folgte ihren Instinkt und wollte so zeitig wie möglich die Bark Bay Hut erreichen.

Dasselbe Bild wie am Vortag – traumhafte Buchten, Strände und Sonneschein!
Gegen 16 Uhr erreichten wir unser Camp in der Bark Bay.
Das Zelt aufgebaut und zu Abend gegessen, setzen wir uns an das Lagerfeuer und führte kamen in das Gespräch mit zwei deutschen Mädels (Brit und Britta). Ebenso vor Ort waren bereits bekannte Gesichter (von einer Wanderung Mitte November – Neuseeland ist „klein“).

AT 3
Blick auf die Bark Bay

Tag 3 – 07.12.2018 – Bark Bay bis Awaroa Hut:

Aufgrund der perfekten „Ostlage“ des Campingplatzes, entschloss ich mich dazu, dem Wecker auf 5:30 Uhr zu stellen. Das Objekt meiner Begierde: Der hoffentlich perfekte Sonnenaufgang.
Meine Hoffnungen erfüllten sich und ich konnte diesen schönen Moment genießen.
Nach einem weiteren Schläfchen für ein paar Stunden hieß es – Zelt abbauen, Frühstücken, zusammenpacken und weiter.

Auf mich wartete wieder eine 4-Stunden lange Wanderung bis zur Awaroa Hut.
Janina und Tom hatten andere Pläne und wollten unbedingt einen Campingplatz nach der dieser ansteuern.
Für mich etwas unverständlich, dass Tom seine Pläne einen Tag vor Start des Abel Tasman Coast Tracks änderte.

Nach dem ersten Anstieg folgte ein Widersehen mit Brit und Britta, somit ging es zu fünft weiter.

Was uns auf dem Weg erwartete? Schöne Buchten, Strände und Sonnenschein! 😀

Nach 3 Stunden hieß es Abschied nehmen von Brit und Britta. Für beide stand der Heimweg per Wassertaxi auf der Agenda. Ein „Danke“ an Beide für die nette Begleitung und Unterhaltung!

Im Gegenzug durfte ich den beiden Niederländern wieder „Hallo“ sagen.
Mit Beiden legte ich die letzten Kilometer zu dritt zurück.

Gegen 15 Uhr erreichten wir die Awaroa Hut.
Janina und Tom verabschiedete ich hier, da beide ihren Weg fortsetzten.

Was folgte war ein spendierter Kaffee meinerseits, die Verarztung von allen Blasen von der Lio, gemeinsames Kochen, guten Unterhaltungen und gegenseitiger Hilfe.
Die Niederländer überließen mir eine weitere Trinkwasserflasche und im Gegenzug gab ich beiden ein paar Riegel – beide hatten mit dem Essen etwas falsch kalkuliert.

Vor dem Eintreffen in der Awaroa Hut schwirrten Gedanken in meinen Kopf, am Folgetag die Reise abzubrechen – diesen Gedanken verwarf ich dank Lio. Wir beschlossen den restlichen Weg gemeinsam zu bestreiten. Zeitig ging es also in das Bett, da wir die angrenzende Bucht nur Überqueren konnten, wenn Ebbe ist.

AT 4
Sonnenaufgang an der Bark Bay

AT Tag 3 1

AT Tag 3 2
Blick in die große Awaroa Bay
AT Tag 3 3
Ebbe vor der Awaroa Hut

Tag 4 – 08.12.2018 – Awaroa Hut bis Motton Cove:

Der Wecker klingelte 5:30 Uhr – bis 7 Uhr konnte ohne Probleme die Bucht überquert werden.
Aufgestanden, die restlichen Sachen zusammen eingepackt, wagten wir uns mit Badelatschen bewaffnet an die halbstündige Wattwanderung.
Belohnt wurden wir auf der anderen Seite mit dem Sonnenaufgang.

Die Schuh gewechselt und etwas Kleines gegessen, folgte die letzte große Etappe.

Der Weg war gekennzeichnet von entspannenden Strandspaziergängen und anstrengenden Anstiegen zwischen den verschiedenen Buchten. Ach ja – perfektes Wetter!

Nach einer Frühstückspause am Strand und die Zähne putzen erreichte ich 11 Uhr meinen letzten Campingplatz. Hier trennten sich bis zum Folgetag unsere Wege, da die Lio noch eine weitere Stunde Weg zurücklegen musste.

Eigentlich wollte ich dem Tag mit Baden verbringen, jedoch musste ich mich entscheiden:
Halb-nackig machen, Baden und mich von fiesen den Sandflies zerbeißen lassen oder einfach nur einmal gammeln? Ich entschied mich für zweiteres! 😀 Tat auch mal gut.

AT Tag 4 1
Sonnenaufgang nach der Ebbe-Überquerung

AT Tag 4 2

AT Tag 4 3
Strand am Campingplatz „Motton Cove“

Tag 5 – 09.12.2018 – Motton Cove bis Tataranui (Tataranui bis Marahau):

Wie verabredet, wurde ich am letzten Tag von der Lio um 10 Uhr an meinen Campingplatz „abgeholt“. Wir mussten den am Vortag gelaufenen Weg für wenige Kilometer zurücklaufen.

Bereits 12 Uhr erreichten wir Tataranui – dem letztmöglichen Ort für das Wassertaxi.

Mit diesem traten wir 14 Uhr unsere Heimreise an, vorbei an Inseln – bewohnt von Robben – ging es zum Ausgangspunkt nach Marahau.

Auto abgeholt, die Lio und alle Klamotten eingesackt ging es zurück nach Nelson.
Der Tag endete mit einem kleinen Einkauf, Lio wurde sicher an ihren Hostel entlassen und begab mich auf meinen Campingplatz und freute mich auf meine überfällige warme Dusche!

AT Tag 5 1
Rückfahrt mit dem Wassertaxi

 


Ein großes Dankeschön gilt ALLEN Beteiligten und Bekanntschaften auf der Wanderung!
Für mich war es eine unglaubliche Erfahrung, wie gut- und offenherzig Fremde sein können.
Wenn man ein Ziel hat, so sollte dieses auch bis zum Ende verfolgt werden – Wunden heilen, Schmerzen vergehen – am Ende darf jeder Stolz auf das Erlebte zurück blicken.


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